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Neustart ins Berufsleben

Um am Arbeitsmarkt benachteiligte und bisher nur schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose wieder fit für die Berufswelt zu machen, helfen ihnen Sozialpädagogen und Fachanleiter an den Euro-Schulen Zwickau und Plauen im Rahmen des Förderprogramms »Schritt für Schritt«.

Simone Süß, Projektkoordinatorin bei den Euro-Schulen Zwickau, kennt die Probleme der Betroffenen: »Viele haben keinen geregelten Tagesablauf und ihre einzige Unterhaltung ist der Fernseher. Alkohol und Drogen oder der Verlust des Führerscheins stellen zusätzliche Hemmnisse dar.« Es ist das Ziel des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), Langzeitarbeitslose mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) im Programm »Schritt für Schritt« gezielt zu motivieren, zu stabilisieren und dem Arbeitsmarkt wieder näher zu bringen.

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Die gefertigten Erzeugnisse aus den Holzprojekten erfüllen die Teilnehmenden von »Schritt für Schritt« mit Stolz.
(© Berufsbildungswerk des Sächsischen Garten-, Landschafts- und Wasserbaus e.V)

Die gefertigten Erzeugnisse aus den Holzprojekten erfüllen die Teilnehmenden von »Schritt für Schritt« mit Stolz.

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Die Teilnehmer arbeiten an der Weihnachtsdekoration im Rahmen eines Holzprojektes an den Euro-Schulen Plauen.
(© Berufsbildungswerk des Sächsischen Garten-, Landschafts- und Wasserbaus e.V.)

Die Teilnehmer arbeiten an der Weihnachtsdekoration im Rahmen eines Holzprojektes an den Euro-Schulen Plauen.

Individuelle Förderung

Im Gespräch mit dem Sozialpädagogen werden die Teilnehmer dabei unterstützt, ihre individuellen Probleme, sei es bei der Qualifikation oder im Arbeits- und Sozialverhalten, selbstständig zu erkennen und abzubauen. Einfache Tätigkeiten wie Sport oder Kochen werden schrittweise in den Alltag integriert, damit die Teilnehmer an eine geregelte Tagesstruktur herangeführt werden. Sie sollen außerdem neue Interessen für sich entdecken, etwa im Handwerken. Simone Süß staunt immer wieder über die kreativen Ideen, etwa bei den Holzbauprojekten: »Eine Teilnehmerin baut an einem Backgammon-Spiel aus Holz und ein anderer repariert unter Anleitung ein Kinderbett.« Bei allen Projekten steht die sozialpädagogische Betreuung besonders im Fokus. »Es gibt zwei Sozialpädagogen in jedem Projekt. Jeder kümmert sich um acht Teilnehmer. Dadurch können wir eine intensive Betreuung garantieren«, betont Süß. Innerhalb von 18 Monaten werden die verbindlichen Präsenzzeiten schrittweise erhöht, um die Anforderungen stetig zu steigern.

Jeder wird ins Boot geholt

Die Zuweisung der Teilnehmenden erfolgt über das Jobcenter. „Die Fallmanager und Verantwortlichen im Jobcenter werden regelmäßig von uns eingeladen, um sich mit den Teilnehmenden auszutauschen.“ Allerdings komme es immer wieder vor, dass ein Teilnehmer nicht erscheint. Dann wird das Jobcenter über die Abwesenheit informiert und der Teilnehmer zu einem gemeinsamen Termin eingeladen. »Meistens holen wir die Teilnehmer über diesen Weg wieder zurück ins Boot.«

Nach 18 Monaten sollen die Teilnehmenden ein Mindestziel erreichen, erklärt Süß: »Unser Ziel bei den Euro-Schulen ist es, dass die Teilnehmer mindestens drei Tage pro Woche für sechs Stunden Präsenz zeigen können, etwa als Vorbereitung auf eine Berufsausbildung, eine Weiterbildung oder eine weiterführende Maßnahme zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit.« Die Schritte dorthin sind nicht immer leicht. Simone Süß freut sich aber über die ersten spürbaren Erfolge: »Die meisten Teilnehmer kommen sehr gerne, weil sich die Kleingruppen mittlerweile gut zusammengefügt haben und ihnen die Projekte großen Spaß machen.« Das Förderprogramm geht nach einem guten Start im Frühjahr 2016 mit sachsenweit 21 Vorhaben und 15 Trägern bereits in die zweite Runde. Die dritte Förderrunde soll im Herbst 2017 beginnen.

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