Hauptinhalt

Weiterbildungsscheck Sachsen - Weiterbildung gefällig?

Der Europäische Sozialfonds (ESF) unterstützt betriebliche Weiterbildungen – Angestellte und Unternehmen profitieren. Mitarbeiter weiterzubilden ist oft teuer. Deshalb können sich Unternehmen mit Hilfe des ESF-geförderten Weiterbildungsschecks Fortbildungen mit 50 Prozent bezuschussen lassen. Die dafür notwendigen Gelder stellt der Europäische Sozialfonds zur Verfügung. Die Anträge gibt es bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Grundlage für die Förderung bildet die ESF-Richtlinie Berufliche Bildung. Sie wurde zum 26. Februar 2016 geändert und vereinfacht vieles.

/
Tino Gierig möchte als Brot-Sommelier das Backhandwerk für Kunden und potenzielle Lehrlinge interessanter machen.
(© Rene Gaens)

Tino Gierig möchte als Brot-Sommelier das Backhandwerk für Kunden und potenzielle Lehrlinge interessanter machen.

/
Brot enthält etwa 500 Aromastoffe, und die Sortenvielfalt ist beinahe unbegrenzt. Der Brot-Sommelier berät Kunden, welches Brot zu welchen Getränken und welchem Essen passt.
(© Sylvio Beck)

Brot enthält etwa 500 Aromastoffe, und die Sortenvielfalt ist beinahe unbegrenzt. Der Brot-Sommelier berät Kunden, welches Brot zu welchen Getränken und welchem Essen passt.

/
Ein gutes Brot wertet das Essen ebenso auf wie ein guter Wein.
(© Sylvio Beck)

Ein gutes Brot wertet das Essen ebenso auf wie ein guter Wein.

Neu: Sozialunternehmen förderfähig

Der Weiterbildungsscheck kommt jetzt auch sozialen Einrichtungen zugute. Dazu zählen in der Jugendhilfe oder der Betreuung Benachteiligter tätige Vereine ebenso wie Kindertageseinrichtungen und Tagesmütter und -väter.

Beantragung vereinfacht

Für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Sozialunternehmen (KMU) ist es jetzt leichter, eine Weiterbildung für Mitarbeiter bezuschusst zu bekommen. Erst wenn die Weiterbildungskosten 25.000 Euro übersteigen, müssen personalisierte Angebote eingeholt werden. Sonst genügt es, die auf Internetseiten, Flyern oder Broschüren angegebenen Fortbildungskosten zu vergleichen.
Die Mindestkosten liegen nur noch bei 700 statt 1.500 Euro und mit der geplanten Weiterbildung kann jetzt schon begonnen werden, sobald der Antrag bei der SAB eingegangen ist. Allerdings gibt es dann keine Garantie für die Übernahme der Kosten.

Weiterbildungsscheck genutzt

Von einer Weiterbildung der besonderen Art hat auch Tino Gierig vom Dresdner Backhaus profitiert. Der gelernte Konditor- und Bäckermeister hat sich im vergangenen Jahr zu einem der weltweit ersten staatlich geprüften Brot-Sommeliers ausbilden lassen. EU-Zeit hat mit ihm gesprochen:

Was konnten Sie als Fachmann in der Weiterbildung noch lernen?

Ich dachte eigentlich, ich weiß schon alles, aber da lag ich falsch. Es ist unglaublich, was für ein tolles Lebensmittel unser Brot ist. Es hat 500 Aromastoffe, nur Kaffee hat mehr. Ich habe sehr viel über Haptik und Sensorik von Brot und die vielen weltweiten Brotsorten mit ihren regionalen Unterschieden gelernt. Außerdem war ein großer Teil der Weiterbildung Ernährungsberatung. Auf Unverträglichkeiten oder Sensibilisierungen einzugehen wird ja immer wichtiger.

Und was machen Sie als Brot-Sommelier?

Ich kann unsere Kunden nun noch viel besser beraten, welches Brot zu welchen Getränken und welchem Essen passt. Das ist ähnlich wie beim Wein. In Zusammenarbeit mit renommierten Restaurants soll es zum Beispiel Brotverkostungen geben. Für den Filialverkauf plane ich, genaue Brot- und Genussbeschreibungen anzufertigen und bei Brotprüfungen werde ich auch zu Rate gezogen.

Was halten Sie vom Weiterbildungsscheck?

Es ist für Unternehmen eine tolle Möglichkeit, hochwertige Lehrgänge für die Mitarbeiter in Anspruch zu nehmen und sich so bundesweit auszutauschen. Das Dresdner Backhaus hat schon mehrfach diese Chance genutzt und würde es jederzeit wieder tun. Gut geschultes Personal ist schließlich das A und O.

Vielen Dank für das Gespräch!

zurück zum Seitenanfang