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Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten – mit der JobPerspektive Sachsen

Unter dem Dach der »JobPerspektive Sachsen« bündelt das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) verschiedene Programme zur Qualifizierung von Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen. Ein Element ist das Programm zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen, die seit mehr als einem Jahr arbeitslos sind: »Hier werden die Voraussetzungen für eine weiterführende Maßnahme sowie mittelfristig für einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt geschaffen und die Kunden haben eine sozialpädagogische Begleitung«, erläutert Florian Maul vom Jobcenter in Dresden. Die Vermittlung in das Programm erfolgt über die Jobcenter und Arbeitsagenturen.

Einer der Bildungsdienstleister, der diese Kurse durchführt, ist die Donner + Partner GmbH Sachsen in Dresden. Hier arbeiten die beiden Sozialpädagoginnen Katja Kauffeldt und Lisa Gerisch mit derzeit 20 Langzeitarbeitslosen; die meisten sind im Alter von 30 bis 50. Das Spektrum der Teilnehmenden ist sehr groß: »Wir haben den Akademiker, der seine Promotion abgebrochen hat, aber auch einen ehemaligen LKW-Fahrer, der nur die Hauptschule bis zur 6. Klasse besucht hat.«

Fähigkeiten und Selbstbewusstsein stärken

Es gibt täglich Unterricht in den Fachgruppen »Lager und Verkauf«, »IT/PC« und »Hotel/Gastronomie/Hauswirtschaft«. Da werden neben der Theorie vor allem praktische Grundkenntnisse vermittelt. Das ist keine reguläre Ausbildung, aber es gibt am Ende ein Zertifikat. »Wir Sozialpädagoginnen unterstützen die Teilnehmenden bei Behördengängen, aber auch bei Problemen in der Familie. Wir haben auch mit Suchtproblematiken und sozialer Isolation zu tun.« Den beiden Sozialpädagoginnen geht es immer um die Aktivierung und Stabilisierung: »Wir sorgen dafür, dass die Leute wieder ein bisschen aus ihrem Schneckenhaus herauskommen.«

Mehr Selbstbewusstsein wecken

Ein erfreuliches Beispiel ist eine junge Frau mit Hauptschulabschluss, die ihre Ausbildung wegen einer Schwangerschaft nicht zu Ende führen konnte und nach dem zweiten Kind nun wieder einen Einstieg sucht. »Sie war anfangs sehr unsicher und fühlte sich unter Druck gesetzt. Aber sie hat etwa bei kreativem Catering viele tolle Ideen entwickelt. Sie macht viele kleine Fortschritte«, berichtet Katja Kauffeldt. Die Frau hat im Kurs auch Freundschaft mit einer anderen Teilnehmerin geschlossen und die beiden unterstützen sich gegenseitig bei vielen alltäglichen Problemen.

Das Praktikum ist das Highlight

Im Kurs gibt es zwei Blockpraktika von jeweils sechs Wochen. Die Teilnehmenden werden bei der eigenaktiven Praktikumssuche unterstützt: »Alle sind selbstständig auf die Betriebe zugegangen. Wir waren selbst über die Aufgeschlossenheit der Betriebe gegenüber unseren Teilnehmern sehr überrascht. Alle haben einen Praktikumsplatz gefunden.« Dort werden Kontakte geknüpft, die für die spätere Arbeitssuche wichtig sind. »Viele hatten Ängste vor der Suche nach einem Praktikumsplatz. Sie befürchteten, dass man ihnen keine Chance geben würde. Das positive Feedback hat sie sehr motiviert. Das Praktikum ist ein Highlight für einen Großteil der Teilnehmenden.«

Eine gute Atmosphäre

Dass es bei ihnen recht wenige Abbrecher gibt, erklären sie sich so: »Es ist einfach eine gute Atmosphäre und das spüren die Leute. Sie merken, dass man an ihnen Interesse hat. Wir setzen uns für sie ein und wir erhalten Vertrauen zurück.« Zusätzlich entsteht eine positive Eigendynamik: »Was hier in der Gruppe passiert, stärkt die Leute unwahrscheinlich. Das ist etwas Besonderes: Dass sich die Teilnehmenden trotz ihrer unterschiedlichen Vorgeschichten gegenseitig so gut verstehen und unterstützen.«

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IRIS e. V. – Institut für regionale Innovation und Sozialforschung

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