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HELLO – lebensweltorientierte Jugendberufshilfe – Fit für Alltag und Beruf

Junge Erwachsene können sich im Projekt »HELLO – lebensweltorientierte Jugendberufshilfe« der AWO praktisch ausprobieren. Ein fehlender Schul- oder Berufsabschluss, schlechte Noten, private Probleme – alles sind keine guten Voraussetzungen, um ins Arbeitsleben zu starten. Damit junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren aber dennoch eine Chance im Leben haben, fördern der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Freistaat Sachsen Projekte der Jugendberufshilfe. Sie sollen Benachteiligten helfen, Defizite abzubauen, eigene Ressourcen zu aktivieren und den Weg in eine Berufsvorbereitung, Ausbildung oder Anstellung zu finden.

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Sich praktisch ausprobieren und eigene Ressourcen aktivieren – das ist die Idee des Projekts »HELLO«.
(© Eventfotografie Schneider)

Sich praktisch ausprobieren und eigene Ressourcen aktivieren – das ist die Idee des Projekts »HELLO«.

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Die Teilnehmenden beweisen viel Liebe zum Detail beim Bau von Spielgeräten für Kinderspielplätze.
(© Eventfotografie Schneider)

Die Teilnehmenden beweisen viel Liebe zum Detail beim Bau von Spielgeräten für Kinderspielplätze.

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Gemeinsames Arbeiten schafft Erfolgserlebnisse, die dazu beitragen, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu verbessern und die Chancen auf eine Ausbildung oder Anstellung zu erhöhen.
(© Eventfotografie Schneider)

Gemeinsames Arbeiten schafft Erfolgserlebnisse, die dazu beitragen, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu verbessern und die Chancen auf eine Ausbildung oder Anstellung zu erhöhen.

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Mit den richtigen Fähigkeiten und Werkzeugen gut bearbeitbar: der Werkstoff Holz.
(© Eventfotografie Schneider)

Mit den richtigen Fähigkeiten und Werkzeugen gut bearbeitbar: der Werkstoff Holz.

Tugenden des Alltags lernen

Eines dieser Projekte bietet die AWO Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH in  ihrer Jugendwerkstatt in Heidenau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an. »HELLO – lebensweltorientierte Jugendberufshilfe« heißt es. Hier können sich mindestens 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem in praktischer Arbeit ausprobieren. »Unser Schwerpunkt liegt auf dem konstruktiven und kreativen Holzbau. Wir bieten aber auch Module  in den Bereichen Altenpflege, Garten- und Landschaftsbau an«, erläutert Werkstattleiterin Jana Schneidewind. »Bei uns erwartet die Teilnehmenden ein regelmäßiger Tagesrhythmus. Den müssen fast alle erst einmal lernen«, sagt sie.

Es gibt auch theoretische Inhalte, Praktika, ein interkulturelles- und ein  Kommunikationstraining. Neben Sozialarbeiterinnen betreuen auch Fachanleiter die Jugendlichen. Robert Meint vermittelt Grundfertigkeiten der Holzbearbeitung. Er zeigt, wie Werkzeuge und Geräte verwendet werden. Die Teilnehmenden lernen bei ihm, worauf man beim Bau von Spielgeräten für Spielplätze achten muss. »Viele haben bei uns endlich wieder mal ein Erfolgserlebnis. Sie stellen zum Beispiel Holzfiguren her, die später von Kindern auf unserem Naturlehrpfad genutzt werden«, erklärt der Tischlermeister. »Die Jugendlichen lernen dabei auch, Dinge nach Anleitung zu bauen, Pünktlichkeit und Ausdauer zu zeigen und Selbstständigkeit zu entwickeln«, sagt Robert Meint.

Hoffnung auf einen Neuanfang

Für viele ist das Projekt »HELLO« nach vielen, oft schon abgebrochenen Maßnahmen eine Art letzter Strohhalm. »Es dauert etwa ein halbes Jahr, bis die Jugendlichen Vertrauen gefasst haben. Erst  dann können ihre privaten Probleme angegangen werden. Wir begleiten unsere Schützlinge zum Beispiel auch zur Schuldner- oder Suchtberatung«, berichtet Jana Schneidewind von ihrer Arbeit. »Wir helfen dabei, wieder Ordnung ins Leben zu bekommen und vermitteln gleichzeitig Fertigkeiten, die die Chancen auf eine Ausbildung oder Anstellung verbessern.«

Darauf hofft auch Franziska Wünsche. Die 25-Jährige ist Mutter und möchte endlich den Einstieg ins Arbeits- und Alltagsleben finden. »Ich habe einen qualifizierten Hauptschulabschluss und schon abgebrochene Maßnahmen hinter mir. Jetzt möchte ich unbedingt eine Ausbildung finden. Ich bin mir für nichts zu schade, aber etwas Kreatives würde ich gern machen«, erzählt Franziska Wünsche. »Ich finde toll, dass ich hier erst mal überall reinschnuppern und gleichzeitig  Maschinenberechtigungsscheine machen kann.«

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