Hauptinhalt

Frischer Wind für die Industrie

Das Unternehmen Monkey Works in Dresden entwickelt mobile Anwendungen aus dem Bereich der »Human-Machine-Interfaces« (HMIs) für Smartphones und Tablets, um für die Steuerung und Überwachung technischer Anlagen in der Industrie eine Benutzerschnittstelle per Smart Device anzubieten. Die Firma richter & heß Verpackungs-Service GmbH in Chemnitz möchte ihren gesamten Produktionsprozess digitalisieren. Beide Unternehmen haben dafür einen Innovationsassistenten eingestellt - unterstützt vom Freistaat Sachsen als »InnoExpert« aus der ESF-Technologieförderung 2014 - 2020.

Digitale Mensch-Maschine-Interaktionen

Die Generation der »Digital Natives« ist mit den Möglichkeiten der Digitalisierung schon längst vertraut. Doch die Industrie steht auf dem Weg zu einer »smarten« Digitalisierung gerade erst am Anfang. »Maschinenbauer bauen keine Apps. Deshalb bieten wir ihnen Werkzeuge an, mit denen sie eine eigene App entwickeln können, um per Smart Device industrielle Anlagen zu steuern und zu überwachen«, erklärt Dr. Stefan Hennig, Geschäftsführer bei Monkey Works. Sein Innovationsassistent Jan Hoyer nehme den Ingenieur an die Hand und helfe ihm dabei, Probleme bei der Umsetzung der spezifischen Tools zu lösen. Die Oberfläche für ein HMI sieht auf einem Tablet beispielsweise ganz anders aus als auf einem Smartphone. »Zusammen mit unserem Innovationsassistenten haben wir ein durch Algorithmen gestütztes Verfahren entwickelt, um zu verstehen, wie die Oberfläche der App auf einem Smartphone aussehen kann«, erzählt Hennig.

/
Hans Ulrich Richter, Geschäftsführer von richter & heß
(© Monkey Works)

Hans Ulrich Richter, Geschäftsführer von richter & heß

/
Jan Hoyer, Innovationsassistent bei Monkey Works
(© Monkey Works)

Jan Hoyer, Innovationsassistent bei Monkey Works

/
Die Digitalisierung der Industrie erfordert umfassendes Know-how für technologieorientierte Vorhaben.
(© Monkey Works)

Die Digitalisierung der Industrie erfordert umfassendes Know-how für technologieorientierte Vorhaben.

/
Die Digitalisierung der Industrie erfordert umfassendes Know-how für technologieorientierte Vorhaben.
(© Monkey Works)

Die Digitalisierung der Industrie erfordert umfassendes Know-how für technologieorientierte Vorhaben.

Smarte Industrie

Bereits vor acht Jahren begann die richter & heß Verpackungs-Service GmbH in seiner Logistik RFID-(»radio-frequency identification«)-Technologie einzuführen. RFID weist über einen Transponder den Waren und Baustoffen einen digitalen Code zu, der sich per Lesegerät erfassen und nachverfolgen lässt. Mit der Entscheidung für den Bau einer neuen Produktionshalle stand für den Verpackungshersteller fest, dass der Materialfluss bei der Herstellung von Verpackungen unbedingt IT-gestützt funktionieren muss.

Für »Industrie 4.0« soll nun der gesamte Produktionsprozess der Herstellung von Verpackungen aus verschiedensten Materialien von der Auftragsvorbereitung bis zur Fertigung digitalisiert werden. Zur Realisierung dieses umfangreichen Vorhabens hat der Geschäftsführer Hans Ulrich Richter bei der Sächsischen Aufbaubank eine finanzielle Unterstützung für die Beschäftigung eines Innovationsassistenten beantragt. Richter bindet ihn intensiv in dieses Vorhaben mit ein: »Als Fachinformatiker bearbeitet unser Innovationsassistent den Informationsfluss im gesamten Produktionsprozess.« Dabei erwarten ihn auch umfangreiche technische und koordinative Aufgaben. »So sind für eine umfassende Digitalisierung der Wertschöpfungskette alle Maschinen und die Transportmittel mit Sensoren auszurüsten.«

Innovationen fördern

Die Beschäftigung eines Innovationsassistenten hat sich bereits jetzt sowohl für Monkey Works als auch für richter & heß gelohnt. Für innovative Vorhaben zur Digitalisierung konnten sich beide Firmen das nötige Know-how über die ESF-Technologieförderung leichter ins Unternehmen holen. Die Personalkosten der Innovationsexperten werden für die Dauer von bis zu 30 Monaten mit bis zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfonds und aus Landesmitteln mitfinanziert. Dies liefert einen zusätzlichen Anreiz für die Umsetzung innovativer, technologieorientierter Vorhaben und auch bei der Entwicklung neuer technologischer Standards auf dem Weg zur »Industrie 4.0« in Sachsen.

Im Gespräch mit Jan Hoyer, Innovationsassistent bei Monkey Works

EU-Zeit: Wie sind Sie auf das Unternehmen Monkey Works GmbH gestoßen?
Hoyer: »Ich war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden angestellt und habe Herrn Dr. Hennig dort als Betreuer kennengelernt. Darüber habe ich von seiner Firma Monkey Works erfahren und ihm spontan eine Bewerbung geschickt. Ein optimaler Übergang von der Universität ins Unternehmen.«

EU-Zeit: Welches Fachwissen bringen Sie in die Entwicklung der HMIs im Unternehmen ein?
Hoyer: »Ich habe Informationssystemtechnik studiert und daher Ahnung von Elektrotechnik und Softwareentwicklung. An der Universität habe ich mich eher mit Hardware-Entwicklung beschäftigt. In meinem Forschungsprojekt ging es um Robotik und Flugroboter. Mit meinem dort erlangten Wissen über Automatisierungstechniken konnte ich da einfach anknüpfen.«

EU-Zeit: Sammeln Sie als Innovationsassistent auch neue berufliche Erfahrungen?
Hoyer: »Ich stehe auch im direkten Kontakt zu den Kunden von Monkey Works. Diese sind meist Anlagenbauer, die ich zu der Integration unserer HMIs in die Produktionsstätten intensiv beraten kann.«

zurück zum Seitenanfang