1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Innovative Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft

Möglichst lange zu Hause leben

Die Pflege von älteren Menschen mit Demenz ist für Angehörige und Pfleger oft eine besondere Herausforderung. Durch die Förderung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sollen an der TU Chemnitz technische Assistenz- und Sicherheitssysteme entwickelt werden, die die Auswirkungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor abmildern.

Barbara Klepsch, die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, hat einen klaren Schwerpunkt in der Förderung durch ihr Ministerium im Bereich E-Health und Telemedizin gesetzt: »Mir ist es wichtig, dass die Gesundheitsversorgung im Freistaat Sachsen mittels Telemedizin und elektronischer Assistenz gestärkt wird. Im Mittelpunkt steht der Gewinn für den Patienten.«

Aktivitäten erkennen

Bei der Forschung an der Professur für Digital- und Schaltungstechnik der TU Chemnitz kommen intelligente bildgebende Sensoren zum Einsatz, mit denen die Aktivitäten des alltäglichen Lebens, z. B. die tägliche Bewegung, erkannt werden können. Ist der Patient beispielsweise gestürzt, kann das System im Ernstfall Alarm schlagen. Mit den technischen Funktionen, die in »AUXILIA« erprobt werden, lässt sich auch die Einnahme von Medikamenten überwachen. Das Projekt ist im Februar 2016 angelaufen und soll das im Vorgänger »OPDEMIVA« entwickelte Analysesystem bis Dezember 2019 praxistauglich machen. Roman Seidel, Doktorand und Projektleiter, weist auf die Relevanz der bisher gewonnenen Kenntnisse hin: »Unser Ziel ist es, auf die demografische Entwicklung in Sachsen zu reagieren. Die steigende Lebenserwartung gegenüber einer sinkenden Geburtenrate ist auch hier eine Herausforderung, für die in Zukunft Lösungen entwickelt werden müssen.«

System für die praktische Anwendung

Mit »AUXILIA« wollen die Forscher nicht nur wissenschaftlich fundierte Kenntnisse sammeln, sondern auch ein System für die praktische Anwendung entwickeln: »Wir denken dabei an eine Einbindung in die heutigen Standards, etwa die Anbindung an andere Smart Home-Komponenten«, so Seidel. Dabei hat der Datenschutz oberste Priorität: »Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss die Auswertung der Daten intern im System erfolgen, ohne dabei ein Überwachungssystem zu schaffen«, erklärt Seidel. Für die Weiterentwicklung in ein praxistaugliches Assistenzsystem ist das Team von »AUXILIA« im engen Kontakt mit Unternehmen, die das Know-how für die fachübergreifende Umsetzung mitbringen. Das Ziel ist die Realisierung eines praxistauglichen Prototyps, um perspektivisch einer Vielzahl älterer Menschen den längeren Verbleib im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Marginalspalte


Collage EFRE

TU Chemnitz

Mehr Informationen zum Projekt hält die TU Chemnitz auf ihrer Internetseite bereit:

© Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr